Wenn die Katze plötzlich nicht mehr richtig tickt

Obwohl es sich bei Katzen um sehr schlaue Tiere handelt, haben sie eines mit ihren noch schlaueren Besitzern gemein: Sie können psychische Störungen, sogenannte Neurosen, entwickeln.

In der Analyse eines Onlineforums von Katzenbesitzern hat es eine Autorin wie folgt beschrieben: Katzen erwarten eine unbedingte Servicebereitschaft und dauernde Ergebenheit ihrer Besitzer, ganz nach dem Motto „Hunde haben ihr Herrchen, Katzen haben ihr Personal.“

Eine Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität brachte zum Vorschein, dass beinahe jeder zweite Katzenbesitzer über psychische Auffälligkeiten, Ticks oder abnormale Verhaltensweisen seines Vierbeiners klagt. Tierpsychologen meinen, dass sich diese Spleens aus dem engen Zusammenleben zwischen Mensch und Katze ergeben. Häufig überschätzen sich Katzenbesitzer und meinen, die natürlichen Instinkte und Bedürfnisse ihres Lieblings zu kennen, mit dem Ergebnis, dass die Katze nur bedingt artgerecht gehalten wird.

Als eine der beliebtesten Haustiere der Welt gilt die Katze gemeinhin als unkompliziert, unabhängig und leise. Wer sich eine Katze anschafft, erwartet demnach meist ein idyllisches Zusammenleben mit seinem neuen Mitbewohner, das sich in der Realität oft nicht so harmonisch darstellt, wie gedacht. Der Grund dafür ist ganz einfach: Katzen sind keine Tiere, die sich anpassen. Sie lassen sich im Gegensatz zu Hunden kaum dressieren.

Oft ist den Katzenhaltern nicht bewusst, welche Bedürfnisse die Katze in ihrem Wohnumfeld braucht. Das ideale Zuhause des schnurrenden Vierbeiners ist nämlich nicht unbedingt die sterile, schön aufgeräumte Wohnung, sondern eine chaotische Bleibe mit reichlich Verstecken, vielen Ruheplätzen und gleich mehreren Katzentoiletten. Kratzbäume braucht die Katze, um ihr Revier zu markieren.

Die häufigsten Gründe, warum Katzenbesitzer Tierpsychologen aufsuchen, sind Aggressionen in Verbindung mit Zerstörungswut und die Tatsache, dass die Katze nicht stubenrein ist. Dabei sind Katzen ausgesprochen hygienische und geruchsempfindliche Tiere. Doch setzten sie sich nicht auf jedes Katzenklo. So kann es durchaus wichtig sein, das geeignete Katzenstreu für die jeweilige Katze zu finden. Ein weiterer Grund für das Urinieren in der Wohnung kann in einem Harnwegsinfekt der Katze liegen. Wenn ausgeschlossen werden kann, dass es am Katzenstreu oder an der körperlichen Gesundheit der Katze liegt, warum sie nicht ins Katzenklo macht, dann ist davon auszugehen, dass der Vierbeiner vor etwas Angst hat oder sich in einer besonderen Stresssituation befindet.

Es gibt viele Faktoren, die einer Katze Angst machen können. Das kann ein neues Möbelstück sein, ein neuer Partner, Bauarbeiten in der Wohnung oder auf der Straße oder eine andere Katze in der Nachbarschaft. Im Gegensatz zu Hunden können sich Katzen nicht so gut durch ihre Körpersprache ausdrücken. Aus diesem Grund merken Katzenbesitzer oft erst sehr spät, dass die Katze Stress hat.

Die Diva auf vier Pfoten ist auch anspruchsvoll, was das Ausmaß an Gesellschaft betrifft. Einerseits kann sie zu viel Nähe stressen, andererseits kann sie auch durcheinander kommen, wenn der Katzenbesitzer auf einmal immer ein paar Stunden später nach Hause kommt als gewohnt.

Wer eine Katze erziehen möchte, sollte dies keinesfalls mit Strafen tun, sondern mit viel Belohnung. Katzen sind nämlich Sensibelchen, die auf harte Worte viel negativer reagieren als Hunde. Katzen verbinden eine Bestrafung mit der bestrafenden Person und nicht mit ihrem eigenen Verhalten. Daher flüchtet sie sich danach in die Eigenständigkeit, anstatt ihr Verhalten zu ändern.